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Praktische Tipps für Italien

Was man vor der Abreise wissen sollte: Dokumente, Sicherheit, Gesundheit, Öffnungszeiten und lokale Gewohnheiten.

Dokumente und Einreise

Bürger der Europäischen Union und des Schengen-Raums reisen mit einem gültigen Personalausweis oder Reisepass nach Italien ein. Reisende aus anderen Ländern sollten prüfen, ob sie ein Visum brauchen; visumfreie Besucher, etwa aus dem Vereinigten Königreich, den USA, Kanada und Australien, dürfen bis zu 90 Tage innerhalb von 180 Tagen bleiben. An den Schengen-Außengrenzen ist das neue Einreise-/Ausreisesystem (EES) in Betrieb, das die biometrischen Daten von Nicht-EU-Reisenden statt eines Passstempels erfasst: Beim ersten Mal kann das ein paar Minuten länger dauern. Künftig brauchen visumfreie Reisende zusätzlich eine Online-Genehmigung, das ETIAS: Prüfe die Starttermine vor der Reise auf der offiziellen Website der EU. Kinder brauchen ein eigenes Ausweisdokument.

Sicherheit: ein ruhiges Land, mit etwas Vorsicht

Italien ist ein sicheres Reiseland, doch in belebten Gegenden gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen jedes großen Reiseziels. Taschendiebe sind vor allem in U-Bahnen, Touristenbussen, Bahnhöfen und vor den berühmtesten Sehenswürdigkeiten unterwegs: Trage Geldbörse und Handy in geschlossenen Taschen, im Gedränge den Rucksack vorne und lass das Handy nicht auf dem Tisch im Freien liegen. Sei vorsichtig bei Leuten, die dich für eine Unterschrift unter eine Petition anhalten, dir ein Armband ums Handgelenk binden oder eine Rose anbieten und dann Geld verlangen, sowie bei falschen Kontrolleuren. Nimm nur offizielle Taxis, die in den großen Städten weiß sind und Taxameter und Lizenznummer an der Tür haben. Lass im Auto beim Parken kein Gepäck sichtbar liegen.

Nützliche Nummern und Notfälle

Die 112 ist die einheitliche europäische Notrufnummer und funktioniert in ganz Italien, auch von ausländischen Handys und ohne Guthaben: Ein Mitarbeiter nimmt den Anruf entgegen und leitet ihn an Polizei, Carabinieri, Feuerwehr oder Rettungsdienst weiter. Auf See erreicht man die Küstenwache auch unter 1530. Bei Verlust von Dokumenten erstattet man Anzeige bei Polizei oder Carabinieri und wendet sich an das Konsulat. Notiere dir vor der Abreise die Nummer zum Sperren deiner Karten.

Gesundheit, Apotheken und Versicherung

Apotheken erkennt man am leuchtend grünen Kreuz; in jeder Stadt gibt es immer eine Notdienstapotheke, die nachts und an Feiertagen geöffnet ist und an den Türen der anderen angeschlagen wird. Apotheker beraten gut bei kleinen Beschwerden. EU-Bürger haben mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) Anspruch auf notwendige Behandlungen; allen wird eine Reiseversicherung empfohlen, die Behandlungskosten, Rücktransport und Stornierung abdeckt. Die Notaufnahme der Krankenhäuser (pronto soccorso) ist Tag und Nacht geöffnet. Leitungswasser ist fast überall trinkbar, sofern nicht anders angegeben.

Im Sommer können vor allem in Mittel- und Süditalien Hitzewellen heftig sein: Trink viel, besuche Sehenswürdigkeiten im Freien am frühen Morgen oder bei Sonnenuntergang und denk an Hut und Sonnencreme. In den Bergen informiere dich über das Wetter, wähle Wege, die deiner Erfahrung entsprechen, und unterschätze Gewitter und Temperaturstürze nicht.

Öffnungszeiten: der italienische Rhythmus

Die italienischen Zeiten überraschen viele Besucher. Das Frühstück ist kurz und findet zwischen 7 und 10 Uhr an der Bar statt. Mittagessen gibt es meist zwischen 12.30 und 14.30 Uhr, Abendessen von 19.30 bis 22 Uhr, im Süden und im Sommer später. Viele Geschäfte, besonders in kleinen Städten und im Süden, schließen mittags etwa zwischen 13 und 16 Uhr und am Sonntag. Kirchen können über Mittag und während der Gottesdienste geschlossen sein. Viele staatliche Museen schließen am Montag. Im August, rund um Ferragosto am 15., machen einige Betriebe in den Städten Urlaub, während die Badeorte voll sind.

Bezahlen, Steckdosen und Internet

In Italien zahlt man mit dem Euro. Karten werden fast überall akzeptiert, und Händler sind verpflichtet, elektronische Zahlungen anzunehmen, doch etwas Bargeld ist für Bars, Märkte und kleine Einkäufe nützlich. Die Steckdosen sind vom Typ F (Schuko) und vom Typ L (italienisch, dreipolig) mit 230 Volt: Schuko-Stecker passen meist, Reisende aus Großbritannien, den USA oder Australien brauchen einen Adapter. WLAN gibt es in Unterkünften und vielen Lokalen; dank EU-Roaming nutzen EU-Bürger ihren Datentarif ohne Zusatzkosten, Reisende von außerhalb können eine italienische SIM-Karte mit Ausweis oder vor der Abreise eine eSIM kaufen.

Umgangsformen

Ein paar Gewohnheiten helfen, sich wie zu Hause zu fühlen. In Kirchen bedeckt man Schultern und Knie, spricht leise und stört keine Gottesdienste; manche Basiliken wie der Petersdom kontrollieren die Kleidung am Eingang. Beim Betreten eines Geschäfts grüßt man mit "buongiorno" oder "buonasera". Der Cappuccino ist ein Frühstücksgetränk, aber niemand nimmt es übel, wenn man ihn nachmittags bestellt. In Bars zahlt man oft zuerst an der Kasse und trinkt dann mit dem Bon an der Theke; am Tisch ist es teurer. In den Kunststädten ist es verboten, sich zum Essen auf die Stufen von Monumenten zu setzen oder in Brunnen zu baden, in Venedig sind Picknicks und Baden in den Kanälen untersagt: Die Strafen sind hoch. Ein paar Worte Italienisch werden immer geschätzt: Auf unserer Seite findest du einen kleinen Sprachführer für die Reise.

Streiks, Feiertage und Schließungen

Nationale Feiertage sind der 1. Januar, der 6. Januar, Ostersonntag und Ostermontag, der 25. April, der 1. Mai, der 2. Juni, der 15. August, der 1. November sowie der 8., 25. und 26. Dezember, dazu der Tag des Stadtpatrons jeder Stadt: An diesen Tagen schließen Banken, Ämter und viele Geschäfte, und der Verkehr fährt eingeschränkt. Streiks im Verkehr werden im Voraus angekündigt: Prüfe sie vor einer wichtigen Fahrt. Hat dein Flug große Verspätung oder fällt aus, prüfe, ob dir eine Entschädigung zusteht.

Vor der Abreise: eine nützliche Liste

  • Ein für die ganze Reise gültiges Dokument und eine digitale Kopie.
  • Reiseversicherung und, für EU-Bürger, die EHIC-Karte.
  • Reservierungen für Hochgeschwindigkeitszüge und die gefragtesten Museen.
  • Steckdosenadapter und Powerbank.
  • Bequeme Schuhe: Altstädte erkundet man zu Fuß, über Pflaster und Treppen.
  • Eine Trinkflasche zum Auffüllen an öffentlichen Brunnen.
  • Kleidung für Kirchenbesuche und ein leichtes Tuch.
  • Apps der Verkehrsbetriebe und offline gespeicherte Karten.