Der Dom auf dem Colle Guasco
Ancona, die Hauptstadt der Marken, ist eine Hafenstadt, im 4. Jahrhundert v. Chr. von Griechen aus Syrakus gegründet, auf einem ellbogenförmigen Vorgebirge, griechisch „ankon“, daher der Name, der einzige Ort an Italiens Adriaküste, an dem die Sonne über dem Meer auf- und untergeht. Ihr Hafen, einer der wichtigsten der Adria, mit Fähren nach Kroatien, Griechenland und Albanien, ist seit über zweitausend Jahren das Herz der Stadt, und an seinem Eingang steht der Trajansbogen, ein schlanker Triumphbogen aus Marmor, 115 n. Chr. zu Ehren des Kaisers erbaut, der den Hafen erweitert hatte, dem Architekten Apollodor von Damaskus zugeschrieben.
Auf dem Colle Guasco, dem Hügel über Hafen und Stadt, wo die Akropolis der griechischen Stadt lag, erhebt sich der Dom San Ciriaco, eine der interessantesten mittelalterlichen Kirchen Italiens, zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert an der Stelle eines Venustempels erbaut. Er verbindet romanische und byzantinische Elemente, mit griechischem Kreuz als Grundriss, einer zwölfeckigen Kuppel, einer der ältesten Italiens, und einer gotischen Vorhalle auf Säulen, die auf zwei Löwen aus rotem Marmor ruhen. Innen birgt die Krypta die Reliquien des heiligen Cyriacus, des Stadtpatrons. Vom Platz vor dem Dom reicht der Blick über Hafen, Stadt und Meer. Sehenswert sind auch die Mole Vanvitelliana, ein fünfeckiger Bau auf einer künstlichen Insel, 1733 von Luigi Vanvitelli als Quarantänestation errichtet, heute Ausstellungszentrum, und der Passetto mit seiner Treppe zum Meer und den in die Klippe gegrabenen Fischerhöhlen.
Tipp: Bei Sonnenuntergang zu San Ciriaco hinaufsteigen, für den Blick auf den Hafen; im Sommer am Passetto von den Felsen aus baden.
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