Die großen ehemaligen Tabaktrockenhallen
Im oberen Tibertal an der Grenze zur Toskana ist Città di Castello eine elegante, ummauerte Renaissancestadt mit Palästen der Vitelli, der Stadtherren im 15. und 16. Jahrhundert, einem Dom mit rundem Glockenturm und einer Pinakothek mit Werken von Raffael, Luca Signorelli und Ghirlandaio. Berühmt ist die Stadt aber vor allem als Geburtsort von Alberto Burri (1915–1995), einem der größten italienischen Künstler des 20. Jahrhunderts, Pionier des Informel, bekannt für seine Werke aus armen Materialien wie Jutesäcken, verbranntem Kunststoff, Holz, Eisen und den „Cretti“, rissigen Oberflächen, die an ausgedörrte Erde erinnern.
Burri hinterließ seiner Heimatstadt zwei außergewöhnliche Museen der Fondazione Burri. Der Palazzo Albizzini, ein Renaissancepalast, 1981 eröffnet, zeigt chronologisch seine Werke von den 1940er bis zu den 1980er Jahren, darunter die berühmten „Sacchi“, „Combustioni“, „Legni“, „Ferri“ und „Cretti“. Die Ex Seccatoi del Tabacco, ein riesiger Industriekomplex am Stadtrand, wo einst Tabakblätter getrocknet wurden, vom Künstler ganz schwarz gestrichen, beherbergen in ihren weiten Räumen die großen Zyklen seiner letzten Jahre wie „Il Viaggio“ und „Sestante“, monumentale Werke von großer Wirkung, für diese Räume geschaffen, und im Park davor große Metallskulpturen. Burri schuf auch den Grande Cretto von Gibellina in Sizilien, ein riesiges Betonwerk über den Ruinen des 1968 vom Erdbeben zerstörten Dorfes. Città di Castello ist auch für seine Messe des weißen Trüffels im Herbst bekannt.
Tipp: Ein Kombiticket gilt für beide Burri-Museen; die Ex Seccatoi liegen am Stadtrand, zu Fuß oder mit dem Auto erreichbar.
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