Zweistöckige Häuser, verkohltes Holz und die Villa dei Papiri
Kleiner und weniger bekannt als Pompeji, ist Herculaneum für viele Besucher noch faszinierender. 79 n. Chr. wurde die Stadt nicht von Asche, sondern von einem pyroklastischen Strom aus glühendem Schlamm und Gas bedeckt, der zu einer bis zu zwanzig Meter dicken Gesteinsschicht erstarrte. So blieb erhalten, was anderswo verloren ging: Obergeschosse, Holzbalken, Türen, Möbel, Betten und sogar Lebensmittel, verkohlt, aber erkennbar.
Die Ausgrabungen, zusammen mit Pompeji UNESCO-Welterbe, zeigen eine reiche Küstenstadt mit eleganten Häusern wie der Casa dei Cervi und der Casa di Nettuno e Anfitrite mit herrlichem Mosaik. Am antiken Strand fand man in den Bootshäusern die Skelette von etwa dreihundert Menschen, die vergeblich über das Meer fliehen wollten. Die teilweise ausgegrabene Villa dei Papiri lieferte die einzige erhaltene Bibliothek der Antike, mit verkohlten Rollen, die Forscher heute mit künstlicher Intelligenz entziffern.
Tipp: Zwei bis drei Stunden genügen; die Stätte ist kompakt und leichter zu besichtigen als Pompeji. Das nahe MAV, ein virtuelles archäologisches Museum, rekonstruiert die Stadt vor dem Ausbruch.
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