Lodi und der Tempel der Incoronata
Das goldene Achteck der Renaissance
Lodi an der Adda südöstlich von Mailand wurde 1158 von Friedrich Barbarossa neu gegründet, nachdem die Mailänder die alte Stadt, Lodi Vecchio, zerstört hatten. Seine Altstadt liegt um die weite, von Arkaden gesäumte Piazza della Vittoria, einen der schönsten Plätze der Lombardei, mit romanischem Dom und Broletto.
Wenige Schritte entfernt liegt der Schatz der Stadt, der Tempio Civico della Beata Vergine Incoronata, ein ab 1488 von Giovanni Battagio, einem Schüler Bramantes, errichtetes Heiligtum an der Stelle eines Freudenhauses, in dem ein wundertätiges Marienbild erschienen war. Das schlichte achteckige Backsteinäußere verrät nichts vom Inneren, einem der erstaunlichsten Italiens: Jede Fläche ist mit vergoldetem Dekor, Fresken, Gemälden und farbigem Stuck bedeckt, unter einer Kuppel, die aus Gold zu sein scheint. Unter den Werken sind vier Tafeln von Bergognone mit dem Marienleben. 1796, nach der Schlacht an der Brücke von Lodi, spürte Napoleon, wie er später schrieb, zum ersten Mal, dass er zu Großem bestimmt sei.
Tipp: Die Incoronata ist täglich geöffnet; in Lodi probiert man die „Raspadura“, hauchdünn gehobelten Grana.
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