Die Gefängnisinsel, die zum Park mit weißen Eseln wurde
Vor der Nordwestspitze Sardiniens hat die Insel Asinara eine einzigartige Geschichte. 1885 vertrieb der italienische Staat ihre wenigen Bewohner, Hirten und Fischer, und machte die Insel zu einer Strafkolonie und Quarantänestation; im Ersten Weltkrieg wurden hier Zehntausende österreichisch-ungarische Gefangene festgehalten, von denen viele an Cholera starben. Im 20. Jahrhundert wurde sie ein Hochsicherheitsgefängnis, in dem Mafiabosse wie Totò Riina und Terroristen einsaßen und wo 1985 die Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino heimlich untergebracht wurden, um den großen Mafiaprozess vorzubereiten. Das Gefängnis schloss 1998, und 1997 wurde die Insel Nationalpark.
Die lange Isolation hat eine intakte Natur bewahrt: eine wilde Landschaft aus Granit- und Schieferhügeln, Macchia und Buchten mit klarem Wasser in einem Meeresschutzgebiet, und eine reiche Tierwelt mit Wildschweinen, Mufflons, Wanderfalken und den berühmten weißen Eseln der Asinara, einer Albinorasse, die nur hier lebt. Zu besichtigen sind die verlassenen Gefängnisbauten wie die Strafanstalt Cala d'Oliva und das Hochsicherheitsgefängnis Fornelli, die alte Quarantänestation Cala Reale und das Beinhaus der österreichisch-ungarischen Gefangenen. Zugang nur mit zugelassenen Booten ab Stintino oder Porto Torres; auf der Insel bewegt man sich zu Fuß, mit dem Rad, im Elektroauto, Minibus oder bei Geländewagentouren.
Tipp: Private Autos sind nicht erlaubt; eine Führung mit Mittagessen buchen oder in Cala Reale ein E-Bike mieten.
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