Unterwegs in Italien
Schnelle Züge zwischen den Städten, das Auto für das Land, Fähren zu den Inseln: wie man die Verkehrsmittel kombiniert und was man vorher wissen sollte.
Das richtige Verkehrsmittel wählen
Italien ist von Nord nach Süd über tausend Kilometer lang und hat zwei große Inseln, Gebirge und Hunderte kleinerer Inseln: Kein Verkehrsmittel ist für alles ideal. Die Faustregel ist einfach. Zwischen den großen Städten ist der Zug fast immer die beste Wahl: Er ist schnell, kommt im Zentrum an und erspart Stau und Parkplatzsuche. Für das Land, die Dörfer, die Weinhügel, Sardinien, das Innere Siziliens und die Berge braucht man fast immer ein Auto. Zu den Inseln fahren Fähren und Tragflügelboote, und für lange Strecken, etwa von Mailand nach Palermo, spart das Flugzeug viele Stunden. Viele Reisende kombinieren: Zug von Stadt zu Stadt und Mietwagen nur für die Tage auf dem Land.
Hochgeschwindigkeitszüge
Das Hochgeschwindigkeitsnetz verbindet Turin, Mailand, Venedig, Bologna, Florenz, Rom, Neapel und Salerno, mit Verlängerungen nach Bari, Reggio Calabria, Triest und in weitere Städte. Es gibt zwei Gesellschaften: Trenitalia mit den Frecce (Frecciarossa, Frecciargento und Frecciabianca) und Italo. Die wichtigsten Strecken sind schnell: Von Rom nach Florenz braucht man etwa anderthalb Stunden, von Rom nach Mailand etwa drei Stunden, von Rom nach Neapel gut eine Stunde. Die Fahrkarten enthalten eine Platzreservierung und haben schwankende Preise: Es lohnt sich, einige Wochen im Voraus zu buchen, dann gibt es die besten Angebote. Fahrkarten gibt es online, in den Apps beider Gesellschaften, an Automaten oder am Schalter; digitale Tickets auf den eigenen Namen müssen nicht entwertet werden.
Regionalzüge und Nebenstrecken
Regionalzüge verbinden fast alle Städte und viele Dörfer. Sie haben feste, günstige Preise, brauchen keine Reservierung und sind ideal für Tagesausflüge: von Florenz nach Pisa, Lucca oder Siena, von Rom nach Tivoli oder Orvieto, von Neapel nach Pompeji und Sorrent mit der Circumvesuviana, von Venedig nach Padua und Verona, von Mailand an die Seen. Ein wichtiges Detail: Eine Papierfahrkarte für den Regionalzug muss vor dem Einsteigen in den gelben oder grünen Automaten entwertet werden, sonst droht eine Strafe; digitale Tickets zeigen dagegen Datum und Uhrzeit ihrer Gültigkeit. Neben Trenitalia gibt es Regionalbahnen mit eigenen Fahrkarten, etwa die Ferrovie del Sud Est in Apulien, die Circumvesuviana in Kampanien und die Strecke der Cinque Terre, auf der im Sommer ein häufiger Pendelzug verkehrt.
Mit dem Auto: Miete, Straßen und Maut
Das Auto bietet Freiheit, erfordert aber etwas Aufmerksamkeit. Zum Mieten braucht man eine Kreditkarte auf den Namen des Fahrers; Nicht-EU-Bürger benötigen zusätzlich zum Führerschein einen internationalen Führerschein. Die Autobahnen sind fast alle mautpflichtig: Man zieht bei der Auffahrt ein Ticket und zahlt bei der Abfahrt bar oder mit Karte, wobei man die Telepass-Spuren meidet. Die Höchstgeschwindigkeiten betragen in der Regel 130 km/h auf Autobahnen, 110 auf den wichtigsten Schnellstraßen, 90 auf Landstraßen und 50 innerorts, sofern nicht anders ausgeschildert, und Radarkontrollen und Abschnittskontrollen sind häufig.
Der heikelste Punkt sind die ZTL, die verkehrsberuhigten Zonen der Altstädte. Fast alle Städte und viele Dörfer haben sie: Sie werden von Kameras überwacht, und wer ohne Genehmigung hineinfährt, bekommt die Strafe nach Hause geschickt, manchmal Monate später über den Vermieter. Liegt dein Hotel im Zentrum, frag vorher, ob es dein Kennzeichen anmelden kann. Am besten lässt man das Auto auf Park-and-ride-Parkplätzen außerhalb des Zentrums und geht zu Fuß oder fährt mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiter. Blaue Linien kennzeichnen gebührenpflichtige Parkplätze, weiße sind meist kostenlos, gelbe reserviert.
Busse und Fernbusse
Wo kein Zug fährt, fährt ein Bus. Regionale Unternehmen verbinden Provinzhauptstädte, Dörfer und Urlaubsorte: an der Amalfiküste, im Inneren Siziliens, im Salento und in vielen Berggebieten sind sie das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel. Die Fahrpläne richten sich nach Pendlern und Schülern, daher gibt es werktags mehr Verbindungen als sonntags. Für lange Strecken gibt es günstige Fernbusse wie FlixBus und Itabus, die viele Städte verbinden, auch nachts. In den Städten kauft man Tickets für Bus, Straßenbahn und Metro im Tabakladen, am Kiosk, an Automaten oder in Apps, oder man zahlt immer öfter einfach kontaktlos mit der Karte im Fahrzeug oder an den Drehkreuzen.
Fähren und Tragflügelboote
Italien ist ein Land der Inseln. Große Fähren verbinden Sardinien mit Genua, Livorno, Civitavecchia und Neapel sowie Sizilien mit Neapel, Genua und Civitavecchia; die Straße von Messina überquert man von Villa San Giovanni aus in wenigen Minuten. Tragflügelboote und Schnellfähren fahren nach Capri, Ischia und Procida, zu den Liparischen und Ägadischen Inseln, nach Elba, zu den Pontinischen Inseln und zu den Tremiti. Im Sommer sollte man die Überfahrten im Voraus buchen, besonders mit Auto, und bei rauer See können Tragflügelboote ausfallen: Plane etwas Puffer ein.
Inlandsflüge
Da viele Fluggesellschaften zwischen Nord und Süd fliegen, kann ein Inlandsflug einen Reisetag sparen, etwa von Mailand oder Turin nach Palermo, Catania, Bari, Brindisi, Cagliari oder Olbia. Vergleiche die gesamte Reisezeit: Zwischen Rom und Mailand ist der Hochgeschwindigkeitszug von Zentrum zu Zentrum oft bequemer als das Flugzeug. Auf unserer Seite findest du Ratgeber zu den italienischen Flughäfen mit Hinweisen, wie man ins Zentrum kommt.
In der Stadt: zu Fuß, mit dem Rad, mit dem Taxi
Die italienischen Altstädte entdeckt man zu Fuß: Sie sind kompakt und voller Details. Rom, Mailand, Neapel, Turin, Genua, Brescia und Catania haben eine Metro; Venedig erkundet man zu Fuß und mit dem Vaporetto, dem Wasserbus. Viele Städte haben Leihräder und E-Scooter, doch Kopfsteinpflaster und Verkehr erfordern Vorsicht. Taxis nimmt man am Taxistand oder bestellt sie per Telefon und App; auf der Straße halten sie meist nicht auf Handzeichen. In den großen Städten gibt es Festpreise vom Flughafen ins Zentrum: Lass sie dir vor der Fahrt bestätigen. Für eine entspannte Ankunft vom Flughafen zum Hotel kannst du auch einen Transfer mit Fahrer buchen.
Streiks und Unvorhergesehenes
Streiks im Verkehr sind in Italien häufig, werden aber im Voraus angekündigt und sehen garantierte Zeitfenster vor. Prüfe vor der Abreise die Nachrichten oder den offiziellen Streikkalender des Verkehrsministeriums. Bei großen Verspätungen oder Ausfällen von Flügen und Zügen haben Reisende nach europäischem Recht klare Rechte, darunter Erstattungen und in manchen Fällen Entschädigungen.
Routen, die funktionieren
- Der Klassiker mit dem Zug: Venedig, Florenz, Rom und Neapel, eine Woche ohne Auto.
- Gemischte Toskana: Zug bis Florenz, Auto für Chianti und Val d'Orcia, Rückgabe in Pisa.
- Der langsame Süden: Flug nach Bari, Auto durch Apulien und nach Matera, Rückflug ab Brindisi.
- Seen und Berge: Zug von Mailand nach Como und Varenna, Schiffe auf dem See, Bernina-Express ab Tirano.
- Inseln: Fähre oder Flug nach Sardinien oder Sizilien, Auto auf der Insel, Tragflügelboot zu den kleineren Inseln.