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Nr. 506 von 1001 · Marken

Corinaldo

Die Mauern und der Polentabrunnen

Auf einem Hügel im Hinterland von Senigallia ist Corinaldo eines der besterhaltenen ummauerten Dörfer der Marken, einer der „Borghi più belli d'Italia“, umschlossen von einem intakten, etwa 900 Meter langen Mauerring aus dem 15. Jahrhundert mit Türmen, Bastionen, Toren und einem begehbaren Wehrgang mit Blick auf Hügel und Land. Die Mauern sollten das Dorf vor Angriffen der Nachbarstädte schützen und hielten 1503 einer berühmten Belagerung durch die Truppen Cesare Borgias stand. Innen steigt das Dorf mit steilen Gassen, Palästen und Kirchen den Hügel hinauf.

Herz von Corinaldo ist die Piaggia, eine lange, steile Treppe mit über hundert Stufen, die das Dorf vom unteren Tor bis in den oberen Teil durchquert, gesäumt von alten Häusern. Auf halber Höhe steht der „Pozzo della Polenta“, der Polentabrunnen, ein mittelalterlicher Brunnen, um den sich eine lustige Legende rankt: Ein Bauer, der mit einem schweren Sack Maismehl für Polenta die Stufen hinaufstieg, rastete am Brunnenrand, doch der Sack fiel ins Wasser, und er sprang hinterher, ohne Erfolg; seitdem neckte man die Corinaldesi als jene, die „die Polenta im Brunnen machten“, und das Dorf hat die Legende zum Symbol gemacht, mit einem Fest namens „Contesa del Pozzo della Polenta“ im Juli. Corinaldo ist auch der Geburtsort der heiligen Maria Goretti, 1890 hier geboren, deren Haus ein Wallfahrtsort ist, und jedes Jahr Ende Oktober findet ein großes Halloweenfest mit Hexen, Zauberern und Veranstaltungen statt.

Tipp: Bei Sonnenuntergang über die Mauern gehen; die Piaggia hinaufsteigen und das Heiligtum der heiligen Maria Goretti besuchen.

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