Der Regenbogensee unter dem Latemar
Versteckt in einem dichten Fichtenwald am Fuß des Latemar, auf etwa 1.500 Metern an der Großen Dolomitenstraße von Bozen zum Karerpass, ist der Karersee einer der bezauberndsten Seen der Alpen. Er ist klein, doch sein von unterirdischen Quellen gespeistes Wasser nimmt außergewöhnliche Grün-, Blau-, Türkis- und Violetttöne an und spiegelt die hellen Türme und Zacken des Latemar und auf der anderen Seite die Wände des Rosengartens. Ladinisch heißt er „Lec de Ergobando“, der Regenbogensee.
Der Name stammt aus einer berühmten Sage: Im See lebte eine Nixe, Ondina, die an seinen Ufern sang, und der Zauberer vom Latemar verliebte sich in sie. Um sie zu gewinnen, verkleidete er sich auf Rat einer Hexe als Juwelenhändler und spannte einen wunderbaren Regenbogen vom Latemar zum Rosengarten, vergaß aber, sich umzuziehen, und die Nixe erkannte ihn, floh ins Wasser und ließ sich nie mehr blicken. Wütend zerriss der Zauberer den Regenbogen und warf die Stücke in den See, der seither in allen Farben leuchtet. Zum Schutz vor den vielen Besuchern sind die Ufer eingezäunt, und Baden ist verboten; ein kurzer Rundweg von etwa einer halben Stunde führt durch den Wald um den See, mit wechselnden Ausblicken. Der Wasserstand ändert sich im Jahreslauf: Am höchsten ist er im späten Frühling und Frühsommer zur Schneeschmelze.
Tipp: Früh morgens kommen, wenn das Wasser still und die Spiegelungen perfekt sind; gegenüber der Straße gibt es einen gebührenpflichtigen Parkplatz und eine Bushaltestelle.
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