Der Ritten und die Erdpyramiden
Lehmtürme mit Steinhut
Über Bozen bietet der Ritten, eine sonnige Hochfläche auf etwa 1.000 bis 1.300 Metern mit Wiesen, Wäldern, Höfen und Dörfern, einen der schönsten Blicke auf die Dolomiten, vom Schlern bis zu Rosengarten und Latemar. Seit dem 19. Jahrhundert ist er die Sommerfrische der Bozner, die hierher vor der Hitze des Tals flohen. Die Anreise gehört zum Vergnügen: Vom Zentrum Bozens fährt die Rittner Seilbahn in etwa zwölf Minuten nach Oberbozen, und von dort fährt die Rittner Bahn, eine historische Schmalspurbahn von 1907, teils noch mit Originalwagen, durch Wiesen und Wälder nach Klobenstein.
Der überraschendste Anblick der Hochfläche sind die Erdpyramiden, seltsame Naturgebilde wie ein Wald schlanker Türme aus Erde und Lehm, manche über 30 Meter hoch, jeder mit einem großen Stein als Hut. Sie entstanden nach der letzten Eiszeit, als die Gletscher eine dicke Schicht Moränenlehm hinterließen: Der Regen trug den weichen Lehm allmählich ab, doch wo ein großer Stein den Boden darunter schützte, blieb eine Säule stehen, die immer höher wurde, je mehr Erde ringsum abgeschwemmt wurde. Fällt der Stein, wird die Pyramide rasch abgetragen und verschwindet, während neue entstehen. Die schönsten Erdpyramiden des Rittens liegen bei Lengmoos, auf kurzem Weg von Klobenstein erreichbar, und im Tal des Finsterbachs bei Oberbozen. Auf der Hochfläche bieten die Wege der Freudpromenade, wo Sigmund Freud in den Ferien spazierte, Blicke auf die Dolomiten.
Tipp: Die RittenCard umfasst Seilbahn und Bahn; morgens mit der Bahn fahren und zu den Erdpyramiden von Lengmoos wandern.
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