Das „Finis terrae“, wo sich die zwei Meere treffen
An der südlichsten Spitze des Salento, dem „Absatz“ des italienischen Stiefels, ist Santa Maria di Leuca das „Finis terrae“, das Ende der Welt, wo sich der Überlieferung nach Adria und Ionisches Meer treffen. An klaren Tagen, so heißt es, sieht man auf dem Wasser eine Linie, an der sich die beiden leicht unterschiedlich gefärbten Meere berühren. Das Kap Punta Meliso krönen die Basilika Santa Maria de Finibus Terrae, ein Heiligtum an der Stelle eines Minervatempels, wo der Überlieferung nach Petrus auf dem Weg nach Rom landete, und einer der wichtigsten Leuchttürme Italiens, 47 Meter hoch, dessen Licht aus 40 km Entfernung zu sehen ist.
Unterhalb des Heiligtums führt eine monumentale Treppe mit rund 300 Stufen zum Meer hinab, flankiert von einer Wasserkaskade: Sie markiert das Ende des Apulischen Aquädukts, des großen Werks, das von 1906 bis 1939 Wasser aus Kampanien ins trockene Apulien brachte, und der Wasserfall fließt nur zu besonderen Anlässen. An der Uferpromenade stehen bunte, extravagante Villen, die reiche Familien aus Lecce im 19. und 20. Jahrhundert im maurischen, gotischen, pompejanischen und Jugendstil bauten. Die Küste um Leuca ist voller Meeresgrotten, etwa der Grotta del Diavolo und der Grotta delle Tre Porte, die man auf Bootstouren erkundet.
Tipp: Die Bootstour zu den Grotten startet am Hafen; der Sonnenuntergang vom Platz am Leuchtturm ist spektakulär.
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