Das Holztheater im Palazzo della Pilotta
Im Herzen von Parma ist der Palazzo della Pilotta ein riesiger, unvollendeter Backsteinkomplex, Ende des 16. Jahrhunderts von den Farnese-Herzögen erbaut und nach dem in seinen Höfen gespielten Ballspiel „Pelota“ benannt. Im ersten Stock, im alten Waffensaal, verbirgt sich eines der außergewöhnlichsten Theater der Welt: das Teatro Farnese, 1618 vom Architekten Giovan Battista Aleotti im Auftrag von Herzog Ranuccio I. Farnese für den geplanten Besuch Cosimos II. de' Medici gebaut, der nie stattfand. Eingeweiht wurde es erst 1628 zur Hochzeit von Herzog Odoardo Farnese mit Margherita de' Medici.
Es besteht fast ganz aus Holz, marmorartig bemalt, mit einem großen U-förmigen Zuschauerraum aus vierzehn Stufen für rund 3.000 Zuschauer, darüber zwei Loggienreihen mit Statuen, und einer tiefen Bühne, einer der ersten der Geschichte mit festem Bühnenrahmen und beweglichen Kulissen. Für die spektakulärsten Aufführungen konnte der Mittelraum sogar geflutet werden, um Seeschlachten zu inszenieren. Nur wenige Male für große Hoffeste genutzt, wurde es 1944 durch Bomben schwer beschädigt und sorgfältig wiederaufgebaut. Das Theater ist der Eingang zum Complesso Monumentale della Pilotta, zu dem auch die Galleria Nazionale mit Werken von Correggio, Parmigianino und Leonardo da Vincis „Scapigliata“, die Biblioteca Palatina und das Museo Bodoniano zu Ehren des großen Buchdruckers Giambattista Bodoni gehören.
Tipp: Das Pilotta-Ticket umfasst Theater und Galleria Nazionale; mindestens einen halben Tag einplanen.
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