Chiavenna und die Acquafraggia-Wasserfälle
Die Crotti und die Wasserfälle
Nahe der Schweizer Grenze, wo sich die Straßen über Splügen- und Malojapass treffen, verdankt Chiavenna seinen Namen der Rolle als „Schlüssel“ (clavis) zu den Alpenpässen. Es ist ein reizvolles Städtchen mit Steinhäusern, Palästen, der Stiftskirche San Lorenzo mit der kostbaren Pace, einem goldenen Bucheinband aus dem 12. Jahrhundert, und dem botanisch-archäologischen Park Paradiso auf einem Felshügel.
Berühmt ist Chiavenna für seine Crotti: natürliche Höhlen am Fuß der Berge, in denen ein ständiger kühler Luftzug, der „Sorèl“, aus Felsspalten die Temperatur das ganze Jahr bei etwa 8 Grad hält. Jahrhundertelang dienten sie als Keller für Wein, Käse und Wurst, und viele sind heute rustikale Lokale mit örtlicher Küche, mit Bresaola, Polenta und dem „Violino di capra“, Ziegenschinken, den man schneidet, als spiele man Geige. Wenige Kilometer entfernt, in Piuro, stürzen die Cascate dell'Acquafraggia als doppelter Wasserfall etwa 170 Meter eine Felswand hinab; Leonardo da Vinci erwähnte sie in seinen Notizen. Piuro wurde 1618 von einem Bergsturz zerstört, die Ruinen sind noch zu sehen.
Tipp: Im September öffnet die Sagra dei Crotti die Höhlen mit Essen und Musik; ein Pfad steigt neben den Wasserfällen auf.
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