Die Anbetung der Könige
Auf einem Hügel an der Grenze zwischen Umbrien und der Toskana, mit Blick auf das Chianatal und den Trasimenischen See, ist Città della Pieve eine feine Kleinstadt, fast ganz aus rotem Backstein gebaut, der Palästen, Kirchen und Straßen eine warme, rosige Farbe gibt, besonders bei Sonnenuntergang. Hier wurde um 1450 Pietro Vannucci, genannt Perugino, geboren, einer der größten Maler der italienischen Renaissance und Lehrer Raffaels, der seiner Heimatstadt sein Leben lang verbunden blieb und ihr einige seiner schönsten Werke hinterließ.
Das berühmteste ist die Anbetung der Könige, ein großes Fresko von 1504 im kleinen Oratorio di Santa Maria dei Bianchi: Ein dichter Zug von Königen, Rittern, Pagen und Pferden bewegt sich auf die Heilige Familie zu, vor einer weiten, leuchtenden Landschaft, die an den Blick von der Stadt mit dem Trasimenischen See und den Hügeln erinnert. Im Oratorium sind zwei Briefe Peruginos erhalten, in denen er mit der Bruderschaft über sein Honorar verhandelte und den Preis senkte, weil er für seine Heimatstadt arbeitete. Weitere Werke Peruginos sieht man im Dom der Heiligen Gervasius und Protasius und in der Kirche Santa Maria dei Servi. Die Stadt hat auch den Vicolo Baciadonne, das „Frauenküssgässchen“, eine der engsten Gassen Italiens, so schmal, dass zwei Menschen sich angeblich kaum ohne Berührung begegnen konnten, und den Palazzo della Corgna. Im August erinnert der Palio dei Terzieri an die mittelalterlichen Traditionen. Die Gegend ist bekannt für Safran, der hier seit dem Mittelalter angebaut wird.
Tipp: Ein Sammelticket gilt für das Oratorium und weitere Perugino-Stätten; den Vicolo Baciadonne nahe dem Dom suchen.
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