Ein Canyon mit senkrechten Wänden im Pollino-Nationalpark
Im kalabrischen Teil des Pollino-Nationalparks hat der Bach Raganello über Jahrtausende einen der spektakulärsten Canyons Italiens gegraben: die Gole del Raganello, eine etwa 17 Kilometer lange Schlucht mit Kalkwänden, die stellenweise Hunderte Meter senkrecht aufragen und sich bis auf wenige Meter verengen, sodass nur ein Streifen Himmel sichtbar bleibt. Die Schlucht teilt sich in zwei Teile: die obere Schlucht, wilder und schwieriger, bei San Lorenzo Bellizzi, und die untere Schlucht bei Civita, zugänglicher, wo der Bach zwischen glatten Felsblöcken, smaragdgrünen Becken, kleinen Wasserfällen und natürlichen Rutschen fließt. In den Wänden leben Greifvögel wie Wanderfalke, Uhu und Schmutzgeier.
Die Schlucht ist ein Ziel für Canyoning, Wanderungen im Bachbett und Vogelbeobachtung, verlangt aber große Vorsicht: Im August 2018 riss eine plötzliche Flutwelle nach einem Gewitter in den Bergen eine Gruppe von Wanderern mit und forderte zehn Todesopfer. Seither ist der Zugang geregelt, und es wird dringend empfohlen, nur mit zugelassenen Führern, passender Ausrüstung und nach Prüfung der Wettervorhersage hineinzugehen. Wer die Schlucht nicht betreten möchte, genießt vom Ponte del Diavolo bei Civita und den Aussichtspunkten des Dorfes herrliche Blicke von oben, und ein Pfad führt zur Brücke über dem smaragdgrünen Wasser.
Tipp: Die Schlucht nur mit zugelassenem Führer und nie bei unsicherem Wetter betreten; sonst vom Ponte del Diavolo aus genießen.
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