Der archäologische Park der für ihren Luxus berühmten griechischen Stadt
In der Ebene an der Mündung des Crati an der Ionischen Küste Nordkalabriens liegen die Reste von Sybaris, einer der reichsten und mächtigsten Städte der Magna Graecia, um 720 v. Chr. von griechischen Siedlern aus Achaia gegründet. Dank der fruchtbaren Ebene, des Handels und ihres Hafens wurde Sybaris so wohlhabend, dass seine Bewohner in der ganzen antiken Welt für ihre Liebe zu Luxus und Genuss legendär wurden: Man erzählte, sie hätten lärmende Gewerbe aus der Stadt verbannt, um ihren Schlaf nicht zu stören, und Frauen ein Jahr im Voraus zu Banketten eingeladen, damit sie ihre Kleider vorbereiten konnten. Von ihrem Namen kommt das Wort „Sybarit“ für einen genusssüchtigen Menschen. 510 v. Chr. wurde Sybaris von der Rivalin Kroton besiegt und zerstört, deren Heer der Überlieferung nach den Crati umleitete, um die Stadt zu überfluten.
An der Stelle gründeten die Athener 444 v. Chr. Thurioi, angeblich unter Beteiligung des Geschichtsschreibers Herodot, und später die Römer die Kolonie Copia. Der Parco Archeologico di Sibari zeigt die übereinanderliegenden Schichten dieser Städte mit Straßen, Häusern, Thermen und einem halbrunden Theater, meist aus römischer Zeit, da die griechische Stadt tiefer unter dem Grundwasserspiegel liegt. In der Nähe zeigt das Museo Nazionale Archeologico della Sibaritide Funde der Gegend, darunter den bronzenen Stier von Sybaris und Gegenstände aus den Nekropolen der Ebene. Der 2013 bei einem Hochwasser des Crati beschädigte Park wurde inzwischen wiederhergestellt.
Tipp: Zuerst das Museum, dann den Park besuchen; Sibari mit Rossano und dem Codex Purpureus verbinden.
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