Die Abtei des „Namens der Rose“ auf dem Felsen
Hoch auf dem Gipfel des Monte Pirchiriano in 962 Metern Höhe, am Eingang des Susatals westlich von Turin, ist die Sacra di San Michele eine mächtige Abtei, die aus dem Fels zu wachsen scheint, und das Wahrzeichen der Region Piemont. Zwischen 983 und 987 gegründet und dem Erzengel Michael geweiht, war sie eine der bedeutendsten Benediktinerabteien Europas, Station am Pilgerweg, der Mont-Saint-Michel in der Normandie mit dem Heiligtum Monte Sant'Angelo in Apulien verband, der „Via Micaelica“.
Der Zugang ist spektakulär: Nach dem Aufstieg geht man durch die Ruinen der Mönchsbauten und betritt das Scalone dei Morti, die „Treppe der Toten“, eine steile, in den Fels gehauene Prunktreppe, an der bis ins 20. Jahrhundert die Skelette der Mönche in Nischen ausgestellt waren. Oben liegt die Porta dello Zodiaco, ein romanisches Portal mit Tierkreiszeichen und Sternbildern, um 1120 von Meister Nikolaus gemeißelt. Die teils auf der Felsspitze erbaute Kirche, aus deren Boden der Fels ragt, birgt Fresken und Gräber von Mitgliedern des Hauses Savoyen. Von den Terrassen reicht der Blick über das Susatal und die Turiner Ebene. Ihr Anblick inspirierte Umberto Eco zur Abtei in Der Name der Rose.
Tipp: Die Sacra erreicht man mit dem Auto oder zu Fuß über den alten Saumpfad von Sant'Ambrogio, etwa eineinhalb Stunden Aufstieg.
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