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Nr. 345 von 1001 · Emilia-Romagna

Bobbio und der Ponte Gobbo

Die Abtei San Colombano

Im Val Trebbia, im Apennin von Piacenza, einem Tal, das Ernest Hemingway angeblich „das schönste der Welt“ nannte, ist Bobbio ein altes Steindorf, einer der „Borghi più belli d'Italia“, mit langer, bedeutender Geschichte. 614 gründete hier der irische Mönch Columban, einer der großen Missionare, die Europa nach dem Untergang des Römischen Reiches neu christianisierten, mit Unterstützung des Langobardenkönigs Agilulf die Abtei San Colombano, die zu einem der wichtigsten Kulturzentren des Frühmittelalters wurde: Ihr Skriptorium und ihre Bibliothek mit Hunderten kostbarer Handschriften, heute über die großen Bibliotheken Europas verstreut, waren in der ganzen christlichen Welt berühmt. Umberto Eco soll sich für die Bibliothek in „Der Name der Rose“ von ihr inspiriert haben.

Der Abteikomplex mit Basilika, Krypta mit dem Grab Columbans, Kreuzgang und Abteimuseum kann besichtigt werden. Wahrzeichen von Bobbio ist jedoch der Ponte Gobbo, die „bucklige Brücke“, auch Teufelsbrücke genannt, eine alte, etwa 280 Meter lange Steinbrücke mit elf unregelmäßigen Bögen unterschiedlicher Größe, die die Trebbia mit kurios gewelltem Profil überquert. Der Legende nach baute sie der Teufel in einer Nacht und verlangte dafür die Seele des ersten Wesens, das sie überquerte, doch Columban schickte einen Hund hinüber. Das Dorf hat auch die Burg der Malaspina und den Dom. Im Sommer locken die klaren Wasser der Trebbia Badende an ihre Strände und Gumpen.

Tipp: Im Sommer unter der Brücke in der Trebbia baden; Schnecken und die mit einer Stricknadel geformten „Maccheroni alla bobbiese“ probieren.

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