Eine große Doline mit Höhlen am Rand der Stadt
Molfetta, eine Fischerstadt an der Adriaküste nördlich von Bari, hat einen der malerischsten Häfen Apuliens und eine Altstadt auf einer kleinen Halbinsel im „Fischgrätmuster“ mit engen parallelen Gassen, damit die Meeresbrise durchziehen kann. An der Uferpromenade steht ihr Wahrzeichen, der Duomo Vecchio San Corrado, eine romanische Kathedrale des 12. und 13. Jahrhunderts mit drei hintereinanderliegenden Kuppeln und zwei Glockentürmen, die direkt aus dem Meer zu wachsen scheint.
Gleich außerhalb der Stadt liegt ein überraschendes Naturdenkmal: der Pulo di Molfetta, eine etwa 170 Meter breite und 30 Meter tiefe Karstdoline in der Kalkhochebene. Ihre Wände sind auf mehreren Ebenen von Höhlen durchlöchert, die im Neolithikum bewohnt waren: Am Rand fand man ein Dorf aus dem 6. Jahrtausend v. Chr., eines der ältesten Apuliens, mit seiner Nekropole. Im 18. Jahrhundert wurde in den Höhlen Salpeter für das Schießpulver des Bourbonenreichs abgebaut, und am Grund sind noch die Reste einer „Nitriera“, einer königlichen Salpeterfabrik, zu sehen. Heute ist der Pulo ein Schutzgebiet mit Wegen und Führungen.
Tipp: Der Pulo öffnet an bestimmten Tagen mit Führung; in Molfetta hat die Karwoche eindrucksvolle Prozessionen mit durch die Straßen getragenen Statuen.
Wo es liegt
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