Ravenna und San Vitale
Die Mosaiken von Justinian und Theodora
Ravenna war dreimal Hauptstadt: ab 402 des Weströmischen Reiches, dann des Ostgotenreiches Theoderichs und des byzantinischen Exarchats in Italien. Aus diesem goldenen Zeitalter vom 5. bis 8. Jahrhundert bewahrt es die außergewöhnlichste Sammlung frühchristlicher und byzantinischer Mosaiken der Welt: acht Bauwerke der Stadt sind seit 1996 UNESCO-Welterbe. Das berühmteste ist die Basilika San Vitale, 526 unter den Goten begonnen und 547 bis 548 geweiht, als Ravenna unter Kaiser Justinian Sitz der byzantinischen Macht im Westen war.
Der Bau hat einen achteckigen Grundriss mit zentraler Kuppel und Umgang, und das schlichte Backsteinäußere lässt die Pracht des Inneren nicht ahnen, wo Marmor, Säulen mit spitzenartig durchbrochenen Kapitellen und Mosaiken in Gold, Grün und Blau Presbyterium und Apsis bedecken. Hier befinden sich die beiden berühmtesten Mosaiktafeln der byzantinischen Kunst: auf der einen Seite Kaiser Justinian mit goldenem Heiligenschein und Purpurmantel, umgeben von Bischof Maximian, Priestern und Soldaten, eine goldene Patene darbringend; auf der anderen Kaiserin Theodora, eine einstige Schauspielerin und eine der mächtigsten Frauen ihrer Zeit, in prunkvollem Gewand mit Perlenkrone inmitten ihrer Hofdamen, einen Kelch darbringend. An den Wänden Szenen des Alten Testaments wie die Gastfreundschaft Abrahams und die Opferung Isaaks, im Gewölbe das Lamm Gottes in einem von Engeln getragenen Kranz. Neben San Vitale steht das Mausoleum der Galla Placidia.
Tipp: Ein Sammelticket gilt für San Vitale, Galla Placidia, Sant'Apollinare Nuovo, das Baptisterium der Orthodoxen und das Erzbischöfliche Museum; in der Hochsaison buchen.
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