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Nr. 277 von 1001 · Friaul-Julisch Venetien

Tiepolo in Udine

Die Tiepolo-Galerie im Patriarchenpalast

Udine ist einer der besten Orte der Welt, um die Kunst Giambattista Tiepolos zu entdecken, des großen venezianischen Malers des 18. Jahrhunderts, Meister des Lichts, der Farbe und der illusionistischen Räume, der später die Würzburger Residenz und den Königspalast in Madrid ausmalte. 1726 bis 1729, mit etwa dreißig Jahren, wurde Tiepolo vom Patriarchen von Aquileia, Dionisio Dolfin, nach Udine gerufen, um seine Residenz, den Palazzo Patriarcale, auszumalen, und schuf hier eines seiner frühen Meisterwerke, das einen Wendepunkt seiner Laufbahn markierte. Heute beherbergt der Palast das Museo Diocesano e Gallerie del Tiepolo, wo man diese Fresken an ihrem ursprünglichen Ort bewundern kann.

Der berühmteste Raum ist die Galleria degli Ospiti, die Gästegalerie, ein langer Saal, dessen Wände Geschichten aus dem Alten Testament zeigen, von Abraham, Isaak und Jakob, darunter die „Erscheinung der Engel bei Abraham“ und „Rahel versteckt die Götzenbilder“, in leuchtenden Farben, mit hellen Himmeln und Figuren in prächtigen venezianischen Gewändern. In der Sala Rossa zeigt die Decke das „Urteil Salomos“, und an der Decke des großen Treppenhauses ist der „Sturz der rebellischen Engel“ dargestellt. Der Palast bewahrt auch eine kostbare Bibliothek und Sammlungen sakraler Kunst. Tiepolo hinterließ auch an anderen Orten Udines Werke, etwa im Dom, wo er Altarbilder und Fresken der Sakramentskapelle malte, und im Oratorio della Purità mit einem Deckenbild der Himmelfahrt Mariens.

Tipp: Die Gallerie del Tiepolo am Vormittag besuchen; das Kombiticket nehmen, das das Oratorio della Purità einschließt.

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