Eine Runde durch Venedigs Weinlokale
Am authentischsten isst man in Venedig nicht am Restauranttisch, sondern beim Giro dei bacari, der Runde durch die traditionellen Weinlokale der Stadt. Der Bacaro ist eine kleine, oft volle Osteria mit einer Theke voller Cicchetti, dem venezianischen Gegenstück zu Tapas, die man im Stehen isst, begleitet von einer „Ombra“, einem kleinen Glas Wein. Der Name „Ombra“, Schatten, erinnert an die Zeit, als die Weinverkäufer auf dem Markusplatz ihre Stände dem Schatten des Glockenturms nachrückten.
Cicchetti sind kleine Brot- oder Polentascheiben mit Belag oder kleine Häppchen für ein bis zwei Euro das Stück. Zu den Klassikern gehören Baccalà mantecato, Stockfisch, mit Öl zu einer Creme geschlagen; Sarde in saor, gebratene Sardinen, mariniert mit Zwiebeln, Essig, Pinienkernen und Rosinen; Polpette, Fleischbällchen; Folpetti, kleine Kraken; Tramezzini; und je nach Saison Castraure-Artischocken oder Moeche, Butterkrebse. Dazu trinkt man örtliche Weine, Prosecco und den klassischen, in Venedig entstandenen Spritz mit Weißwein, Sodawasser und Aperol oder Select. Die besten Gegenden für die Runde sind um Rialto, die Fondamenta in Cannaregio und der Campo Santa Margherita.
Tipp: Zur Aperitifzeit ab 18 Uhr sind die Bacari am vollsten; viele schließen abends früh und manche sonntags.
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