Der Palast der Serenissima und seine Gefängnisse
Fast tausend Jahre lang war der Palazzo Ducale das Herz der Republik Venedig, der Serenissima: Residenz des Dogen, Sitz der Regierung, der Gerichte und der Gefängnisse. Sein heutiges Aussehen, ein Meisterwerk der venezianischen Gotik, stammt aus dem 14. und 15. Jahrhundert: eine Fassade aus rosa und weißem Marmor, die über zwei offenen Arkadengeschossen zu schweben scheint, mit der Porta della Carta, dem Prunkeingang, neben der Basilika.
Innen steigt man über die Scala dei Giganti und die Scala d'Oro mit vergoldetem Stuck zu den Staatsräumen, ausgemalt von den großen venezianischen Malern. Die Sala del Maggior Consiglio, einer der größten Säle Europas, birgt Tintorettos Paradies, eines der größten Ölgemälde der Welt, und die Porträts von 76 Dogen, mit einem schwarzen Tuch anstelle Marino Falieros, der wegen Verrats hingerichtet wurde. Vom Palast führt die Seufzerbrücke aus weißem Stein über den Kanal zu den Neuen Gefängnissen: Der romantischen Legende nach ist sie nach den Seufzern der Verurteilten benannt, die durch ihre Fenster ein letztes Mal die Lagune sahen. Giacomo Casanova floh 1756 aus den „Piombi“, den Zellen unter dem Dach.
Tipp: Die Führung „Geheime Wege“ zeigt versteckte Räume, Amtsstuben und Casanovas Zelle; weit im Voraus buchen.
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